ohn end


Ganz am Anfang von «ohn end» stand die Idee, mit alten Leuten und ihren Geschichten eine Bühnenproduktion auf die Beine zu stellen, bei welcher der Tanz eine wichtige Rolle spielen sollte. Die darauf folgende Projekteingabe anlässlich des 150 Jahre CH-Jubiläums der Schweiz wurde von einer Jury zur Realisierung-und damit auch Finanzierung- ausgewählt und das Tanztheater Dritter Frühling war geboren, der Grundstein zur ersten Produktion «ohn end» war gelegt. Initiiert wurde dieses Projekt vom Schauspieler und Regisseur Roger Nydegger, den ChoreografInnen Meret Schlegel und Franziska Schaub und der Produzentin Charlotte Madörin.«Gesucht: Ältere Menschen, die Lust auf Experimente haben, die sich gerne bewegen und produzieren, die eine gute Präsenz und Ausstrahlung haben, sowie geistig und körperlich beweglich sind» So lautete die Ausschreibung, auf die sich 150 ältere Menschen meldeten. Mit all diesen Menschen wurde gearbeitet, einerseits, um Material für die Bühne zu finden, andererseits auch um das definitive Ensemble zusammenzustellen. Mit Übungen und Improvisationen tasteten sich die Teilnehmenden an die Form «Tanztheater» heran, was den meisten bisher kein Begriff war. Am Schluss mussten wir allerdings doch selektionieren und wir bildeten zwei Teams mit je fünf Mitwirkenden.
Mit diesen wurde in eineer intensiven Probephase von 8 Wochen die engültige Fassung von «ohn end» erstellt.
Parallel zur Entwicklung des Stücks entstanden das Bühenbild, die Kostüme und die Musik.
Premiere war anlässlich der Zürcher Juni-Festspiele im Juni 1998.

Das Alter. Wie fühlt sich alt? Welche Geschichten haben alte Menschen zu erzählen? Was ist Ihnen wichtig? Wo liegen ihre Grenzen, welchen Spagat zeigen sie noch? Welches sind die Sehnsüchte und Wünsche unserer älteren Generation.Wo liegt Konflikpotential in der Gesellschaft?
Diese und noch viel mehr Fragen standen am Anfang eines fast achtmonatigen Prozesses.

Carmen, Erich, Betty, alle erzählen Geschichten! Und was für welche! Gesungene, getanzte, geweinte Geschichten, die das Leben schreibt und die nicht im Internet zu finden sind. Geschichten, die berühren, anrühren und verführen, Geschichten, die in ihren Gesichtern, Körpern, in jeder Falte Spuren hinterlassen haben. Mit Lust und Verve, mit Energie und Engagement tanzen diese Menschen ohn end und zeigen, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Gestern, heute, morgen. Und so warten unsere Darsteller und DarstellerInnen in einer Abflughalle auf ihren Flug in die Zukunft und tanzen in den Vergangenheiten.

Mittlerweile zählt das Stück ohn end mit seinen bald 100 Aufführungen zu den meistgespielten freien Produktionen der Schweiz und wurde an mehrere namhafte Festivals im In- und Ausland eingeladen.

Meret Schlegel:«'ohn end' will nicht irgend ein weiteres Projekt in der schnellebigen Bühnenwelt sein, sondern eine Art Werkstatt, wo gemeinsam gearbeitet, und geforscht wird. . Alte Leute haben Wissen, Weisheit und Würde, die nicht einfach verloren gehen sollen. So schlagen sie mittels Theater ihre Brücke zur jungen Generation, einerseits zum jungen Künstlerteam, welches das Projekt begleitet, anderseits zum Publikum, das an ihren Geschichten interessiert ist.»

Roger Nydegger: «Seit Beginn dieser Arbeit haben auf und hinter der Bühne viele Begegnungen und Brückenschläge zwischen den Generationen stattgefunden. Mein Herz hat oft aus Freude gejuchzt und die Welt -im speziellen der Blick aufs Alter- hat sich verändert. Ich bin überzeugt, dass wird auch Ihnen passieren.»

Diese Bühnenshow dürfte überall Furore machen.
––– (Tagblatt der Stadt Zürich Juni 1998)


Das alles ist keinen Moment peinlich, sondern überaus spannend.
––– (ZüriWoche) 

...entsteht ein harmonisches, heiter und nach- denklich zugleich stimmendes Ganzes...
––– (Zürcher Oberländer Juni 1998)


Ohn End

Regie
Roger Nydegger

Choreografie
Meret Schlegel, Franziska Schaub

Regieassistenz
Katrin Oettli

Dramaturgie
Brigitta Javurek

Bühnenbild
Georg Bringolf

Kostüme
Sabine Murer

Musik
Dany Hany

Licht
Antje Brückner, Stefan Haller

Technik
Stefan Haller

Produktionsleitung
Charlotte Madörin

Assistenz
Irmgard Zürrer

DarstellerInnen
Karin Wälchli, Guido Wälchli, Carmen Irmiger, Markus Wolleb, Radmilla Hristic, Rita Weber, Sina Meyrat, Betty Portner, Hubert Kümpfel

 


Bildergalerie


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